Alltagshelden gesucht!

Freiwilligendienste im Bistum Osnabrück

 

Erfahrungsberichte

Titus (FSJ)

Titus vor der Bahnhofsmission am Osnabrücker Hauptbahnhof. Bild: Privat Was willst du nach dem Abitur machen? Diese Frage bekam ich zum Ende der Schulzeit oft gestellt. Genau beantworten konnte ich sie nicht. Was ich wusste war, nach dem Schulalltag etwas Praktisches zu tun – ich wollte das Arbeitsleben kennenlernen und Erfahrungen für das Leben sammeln. Grund genug, ein FSJ über das Bistum Osnabrück zu machen. Mir war es wichtig, dieses in einem Bereich zu absolvieren, der mich interessierte. Das war schon immer der Bahnverkehr. Gleichzeitig wollte ich Menschen aus einer Gesellschaftsschicht helfen, mit denen ich vorher nie wirklich etwas zu tun gehabt hatte. Deshalb war die Bahnhofsmission in Osnabrück für mich genau die richtige Arbeitsstelle.
Zu meinen Aufgaben zählte, am Bahnsteig älteren, behinderten oder verwirrten Menschen in den Zug oder beim Umsteigen zu helfen, aber auch Informationen zu geben. Auch in Räumen der Bahnhofsmission gab es viel zu tun. Neben der Versorgung von armen Menschen mit Essen und Trinken, Ersatzkleidung oder sonstigen Dingen des täglichen Bedarfs, erfuhr ich viel über wohnungslose Menschen und Suchtkranke, von Handicaps, psychischen Problemen und den Sorgen und Nöten unserer Gäste.
Auch Bürotätigkeiten machten einen großen Teil meiner Arbeit aus. Dabei habe ich PC-Aufgaben erledigt, Telefonate geführt und Auskünfte gegeben, aber auch Fahrkarten gekauft und in der Buchhaltung unterstützt. Für viele ist die Bahnhofsmission die erste soziale Anlaufstelle in der Stadt, so dass ich unsere Gäste auch beraten und an jeweils passende soziale Einrichtungen vermittelt habe. Dabei trifft man auf Menschen mit unterschiedlichsten Problemen. Eine große Herausforderung war für mich, für jeden Gast schnell und unkompliziert die passende Hilfe zu finden. Durch Gespräche mit den Gästen habe ich von einigen schweren Schicksalen erfahren, bei deren Verarbeitung mir das Team immer zur Seite stand, so dass ich diese nicht mit nach Hause genommen habe. Auch konnte ich mich im Bereich der Organisation ausprobieren, in dem ich im Laufe des Jahres den Dienstplan erstellen durfte und eine Fortbildung für die überwiegend ehrenamtlichen Mitarbeiter geplant habe. Viel Spaß machte mir die Arbeit mit Kindern über „Kids on Tour“. Dabei ermöglicht man die Fahrt von Kindern getrenntlebender Eltern zu dem jeweils anderen Elternteil. Außerdem habe ich Menschen auf Zugfahrten begleitet, die sich die Reise alleine nicht mehr zutrauen.
Kein Tag war wie der andere. Es gab immer wieder neue Herausforderungen, an denen man gewachsen ist, dazu gehörten auch Ausnahmesituationen, wenn zum Beispiel durch extreme Witterungsbedingungen keine Züge mehr fuhren und Menschen am Bahnhof strandeten, die dann durch unseren Einsatz versorgt wurden.
Viel Freude bereiteten mir auch die fünf jeweils fünftägigen Seminare. Dabei war vor allem der Austausch über die Erlebnisse in der Einsatzstelle mit anderen Freiwilligen wichtig und interessant. Zudem setzte ich mich mit Themen auseinander, über die man im Alltag sonst weniger nachdenkt. Durch die angebotenen Workshops wurde ich auf schwierige Situationen in der Einrichtung vorbereitet.
Ich habe in diesem Jahr auf verschiedenen Ebenen sehr viel gelernt, viele neue Menschen kennengelernt, konnte mich persönlich weiterentwickeln und meine Interessen genauer kennen lernen. Außerdem nehme ich durch die Tätigkeit bei der Bahnhofsmission, Menschen in sozialen Notlagen nicht nur viel bewusster wahr, sondern kann auch meine Hilfe anbieten, wenn ich Not erkenne.

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Wer ein FSJ oder BFD beim Bistum Osnabrück gemacht hat, kann sich für ein Studien- oder Ausbildungs-Stipendium bewerben. Weitere Informationen dazu gibt es hier!

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