Alltagshelden gesucht!

Freiwilligendienste im Bistum Osnabrück

 

Erfahrungsberichte

Theresa (Kurzzeitfreiwilligendienst)

Mein Name ist Theresa, ich bin 21 Jahre alt und mache meinen Kurzzeitfreiwilligendienst im St. Vinzenz Hospital Haselünne in der Psychiatrie auf einer Suchtstation. Vorher habe ich eine zweijährige kaufmännische Schule besucht, um im Anschluss auch eine zweijährige kaufmännische Ausbildung zu machen. Doch bereits in meiner Ausbildung habe ich gemerkt, dass ich diesen Beruf in Zukunft nicht weiter ausführen möchte. Nach langem Überlegen und Suchen bin ich dann auf den Kurzzeitfreiwilligendienst gestoßen, habe mich direkt informiert und ein persönliches Gespräch geführt, in dem ich mich dann für mein KZFWD in der Psychiatrie entschieden habe.
Das St. Vinzenz Hospital in Haselünne besteht aus insgesamt 8 Stationen und einer Tagesklinik. Zwei internistische Stationen, eine Intensivstation, eine geschlossene psychiatrische Station und vier Allgemeinpsychiatrien. Eine davon mit dem Schwerpunkt Suchterkrankung. Auf der Suchtstation werden hauptsächlich Menschen mit einer Alkoholkrankheit behandelt. Seltener werden Behandlungen von anderen Süchten wie z.B. Medikamentensucht, Spielsucht oder Bulimie durchgeführt. Oftmals haben suchtkranke Menschen eine psychische Begleiterscheinung wie Depressionen, Persönlichkeitsstörungen oder Angststörungen. Daher kommt es häufig vor, dass Patienten nach einer erfolgreichen Entgiftung an eine andere psychiatrische Station im Hause oder an spezialisierte Einrichtung weitervermittelt werden.

Mir gefiel die Arbeit von Anfang an sehr gut. Meine Aufgaben in der Pflege sind unter anderem die Essensausgabe und Essensbestellung, das Wecken am Morgen, die Mithilfe bei Aufnahmen und Entlassungen, die Betreuung der Patienten und wenn nötig die Pflege der Patienten.
Es gibt auf der Station einen Speisesaal, in dem alle Patienten gemeinsam essen. Das Frühstück und Abendbrot wird von den Patienten als Buffet vorbereitet. Meine Aufgabe ist es dann beispielsweise die Vorräte zu kontrollieren und gegebenenfalls aufzufüllen. Zum Mittag müssen bereits fertige Gerichte nur noch ausgeteilt werden. In der Woche werden die Patienten um 7 Uhr morgens geweckt. Am Wochenende dürfen sie ausschlafen, werden aber spätestens dann geweckt, wenn sie ihre Medikamente einnehmen müssen. Bei der Aufnahme muss der Patient zunächst angemeldet werden. Danach wird die Promillezahl gemessen, dem Patienten einige Fragen vom Pflegepersonal gestellt (Gewicht, Größe, Beruf, Familienstand, Krankheiten,…) und das Zimmer gezeigt. Im Anschluss daran folgt ein Aufnahmegespräch mit einem Arzt oder Psychologen und eine Aufnahmeuntersuchung. Im Laufe des Tages wird den neuen Patienten dann noch die Station gezeigt, wenn sie diese noch nicht kennen. In der Regel verlassen die Patienten die Station am Tag der Entlassung schon am Vormittag. Dann werden die schmutzigen Betten in den Keller geschoben und saubere wieder mit nach oben gebracht. Die Schränke und das Badezimmer werden gereinigt und kontrolliert, ob noch etwas vergessen wurde. Wenn Zeit ist und die Patienten danach fragen, gehe ich mit ihnen spazieren, einkaufen, in die Kleiderkammer oder bringe sie zu verschiedenen Untersuchungen, wie z.B. zum EKG. Vereinzelt kommt es auch mal vor, dass Patienten nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu waschen und zu verpflegen. In dem Fall wird ihnen natürlich geholfen.
Was für mich besonders interessant ist, sind die Therapien wie z.B. Ergotherapie, in der die Patienten kreativ beschäftigt werden, Stressbewältigung mit einer Psychologin, Suchtgruppen mit den Sozialarbeitern oder Fahrten in andere Fachkliniken. Auch da darf ich überall reinschnuppert, mitmachen oder mitfahren.

Die monatlichen Seminare sind für mich ein wichtiger Teil des Kurzzeitfreiwilligendienstes, da ich vorher noch nicht viele Erfahrungen in sozialen Einrichtungen sammeln konnte und hier noch einiges darüber erfahre. Zunächst gibt es in irgendeiner Form immer einen Austausch zwischen den verschiedenen Teilnehmern. Da geht es dann zum Beispiel darum, wie es in den verschiedenen Einrichtungen so läuft, wie es den Kurzzeitfreiwilligendienstlern dort geht, und was sie für die Zukunft geplant haben. Häufig finden die Seminare in verschiedenen Einrichtungen statt, die dann vorgestellt werden.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich froh bin diese Stelle genommen zu haben und ich sehr gespannt darauf bin, was mich in den nächsten Monaten noch erwartet. Ich habe jetzt schon sehr viel im Umgang mit anderen Mitmenschen gelernt, auch wenn sich diese in kritischen Phasen ihres Lebens befinden. Auch wenn viele der Drogen- und Alkoholabhängigen den Absprung nie schaffen werden, sind es doch meist sehr nette Leute, die auch gerne mal das Gespräch suchen und sehr dankbar sind. Ein besseres Team hätte ich mir für meinen Kurzzeitfreiwilligendienst nicht wünschen können, da ich sehr viel lerne, mir alles erklärt und gezeigt wird und alle sehr nett sind. Was meine Zukunftsplanung angeht, werde ich voraussichtlich im Oktober ein Studium im Bereich der Sozialen Arbeit beginnen, um dann später hoffentlich auch wieder in diesem Bereich arbeiten zu können.

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